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China

Veröffentlicht von Radif Partners · Aktualisiert am

MSCI China, China A-Aktien, die zweitgrößte Volkswirtschaft der Welt

Diese Seite vergleicht 5 Fonds der Kategorie China mit laufenden Kosten von 0,40 % bis 0,74 % und einem Median von 0,65 %. Der Abstand zwischen dem günstigsten und dem teuersten entspricht rund 340 € über zehn Jahre auf 10.000 € Anlage: bei vergleichbarem Index ist das der belastbarste Unterschied zwischen zwei Fonds, denn er hängt von keiner Marktannahme ab. 2 der 5 Fonds sind thesaurierend und 5 bilden ihren Index physisch ab, die übrigen über ein Tauschgeschäft. Das größte Volumen der Liste hat MCHI, was weniger für die Wertentwicklung zählt als für das Risiko einer Schließung: ein dauerhaft kleiner Fonds wird meist verschmolzen. Die vergangene Wertentwicklung dient hier nicht zur Sortierung: über die veröffentlichten Zeiträume sagt sie mehr über den abgebildeten Index als über die Führung des Fonds.

ETFs

5

Ø TER

0.60%

Ø Perf. 1J

-14.4%

Niedrigste TER

0.40%

Beste Perf. 1J

+-6.2%

A-Aktien, H-Aktien und ADR: drei Märkte für dieselben Unternehmen

Ein chinesisches Unternehmen kann an drei Orten notiert sein, und die drei sind nicht gleichwertig. A-Aktien handeln in Shanghai und Shenzhen in Yuan, auf einem von lokalen Privatanlegern bestimmten Markt, der Ausländern über Quoten offensteht. H-Aktien notieren in Hongkong in Hongkong-Dollar und sind frei zugänglich. ADR notieren in New York und ruhen auf einer rechtlichen Konstruktion, der Variable Interest Entity, durch die der ausländische Anleger einen Vertrag über die Erträge des Unternehmens hält und nicht dessen Aktien. Derselbe Konzern kann daher je nach Handelsplatz sehr unterschiedliche Kurse zeigen.

Jeder Index wählt seine Kombination, und diese Wahl wiegt mehr als die Kosten. Die teilweise Aufnahme der A-Aktien in die MSCI-Indizes, mit einem Aufnahmefaktor, der nie hundert Prozent erreichte, führt dazu, dass ein breiter China-Fonds den Binnenmarkt unterrepräsentiert. Dazu kommt das Regulierungsrisiko: die Verwaltungsentscheidungen von 2021 zu privater Bildung und digitalen Plattformen löschten binnen Wochen ganze Bewertungen, ohne Verfahren und ohne Vorankündigung. Schließlich ist China bereits die größte Gewichtung eines breiten Schwellenlandindex, was eine eigene Position deutlich konzentrierter macht als die schon gehaltene.

Was die Fonds dieser Kategorie zeigen

Wo das Geld tatsächlich liegt

Die Kategorie umfasst 5 Fonds mit zusammen 14.9B Vermögen, und dieses Vermögen ist ungleich verteilt. iShares MSCI China ETF (MCHI) von iShares verwaltet allein 6.0B, und die drei größten, iShares MSCI China ETF (MCHI), iShares China Large-Cap ETF (FXI) und iShares MSCI China A UCITS ETF USD (Acc) (ICHN), stehen für 80.6 % der Summe. Am anderen Ende verwaltet Xtrackers Harvest CSI 300 China A-Shares ETF (ASHR) nur 1.4B. Größe ist kein Qualitätsnachweis, entscheidet aber zwei sehr konkrete Dinge: die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs, die Sie bei jeder Order tragen, und die Wahrscheinlichkeit, dass der Fonds in zehn Jahren noch existiert.

Der Kostenunterschied, in Euro

Die laufenden Kosten reichen von 0.40 % bei iShares MSCI China A UCITS ETF USD (Acc) (ICHN) bis 0.74 % bei iShares China Large-Cap ETF (FXI), also 0.34 Punkte Abstand, bei einem Durchschnitt der Kategorie von 0.60 %. Auf 10.000 € über zehn Jahre sind das rund 340 € zusätzliche Belastung, noch ohne die Rendite, die dieser Betrag selbst erwirtschaftet hätte. Es ist die einzige Größe des Vergleichs, die im Voraus bekannt ist: die vergangene Wertentwicklung wiederholt sich nicht, die Kosten wiederholen sich jedes Jahr.

Zwei Fonds derselben Kategorie halten nicht denselben Korb

Die 5 aufgeführten Fonds bilden 4 verschiedene Indizes ab, darunter MSCI China, FTSE China 50, MSCI China A Inclusion und CSI 300. Der größte folgt MSCI China. Diese Vielfalt erklärt, warum zwei Fonds desselben Themas über ein Jahr mehrere Punkte auseinanderliegen können: sie halten andere Titel, gewichten sie anders und stellen zu anderen Terminen um. Jede Fondsseite nennt ihren Index, und dort beginnt ein ernsthafter Vergleich.

Abbildung und Domizil

Alle 5 Fonds der Kategorie bilden ihren Index physisch ab, halten also die Titel. Zu prüfen bleibt, ob der Fonds diese Titel verleiht, was das Basisinformationsblatt angibt, und in welchem Umfang: Leiherträge senken die tatsächlichen Kosten, das Kontrahentenrisiko kommt zum Marktrisiko hinzu.

3 der 5 Fonds sind in US domiziliert, die übrigen in IE und LU. Das Domizil bestimmt die Quellensteuer, die der Fonds selbst auf erhaltene Dividenden trägt, eine in den ausgewiesenen Kosten unsichtbare, in der Wertentwicklung aber vorhandene Belastung, und es bestimmt zugleich Ihre eigene Besteuerung je nach Wohnsitzland.

Thesaurieren oder ausschütten

2 Fonds thesaurieren die Dividenden, 3 schütten sie aus. Die größte thesaurierende Klasse ist iShares MSCI China A UCITS ETF USD (Acc) (ICHN), die größte ausschüttende iShares MSCI China ETF (MCHI). Die Wahl betrifft nicht die Rendite, beide Varianten desselben Index liefern vor Steuern dasselbe, sondern Steuern und Disziplin: die thesaurierende Klasse legt ohne Kosten und ohne Entscheidung wieder an, die ausschüttende zahlt Erträge, die im Jahr des Zuflusses steuerpflichtig sind.

Alter und kritische Größe

Der älteste Fonds der Kategorie, iShares China Large-Cap ETF (FXI), wurde am 2004-10-05 aufgelegt und hat damit 22 Jahre Historie, der jüngste, iShares MSCI China A UCITS ETF USD (Acc) (ICHN), am 2014-11-05. Eine lange Historie zeigt, wie sich der Fonds in einem Rückgang verhalten hat, was keine Einjahreszahl leisten kann. Ein vor zwei Jahren aufgelegter Fonds hat nur ein einziges Marktregime erlebt.

Keiner der 5 Fonds verwaltet weniger als 100 Millionen, der kleinste ist Xtrackers Harvest CSI 300 China A-Shares ETF (ASHR). Die Kategorie ist damit vom Schließungsrisiko wegen zu geringer Größe frei, jenem Risiko, das einen Verkauf zum Zeitpunkt des Emittenten erzwingt.

Häufige Fragen

Sollte man in China-ETFs investieren?

China ist die zweitgrößte Volkswirtschaft mit innovativen Techunternehmen. Regulatorische Eingriffe, geopolitische Spannungen und Immobilienprobleme haben jedoch erhebliche Volatilität verursacht. Prüfen Sie den Wert im Basisinformationsblatt genau jener Anteilsklasse, die Ihr Broker anbietet: zwei Klassen desselben Fonds können sich bei Kosten und Ausschüttung unterscheiden.

Was sind die Risiken von China-ETFs?

Hauptrisiken sind staatliche Eingriffe in Privatunternehmen, US-China-Spannungen, rechtliche Unsicherheit der VIE-Strukturen und Delisting-Risiko. Wichtiger als die Rangfolge ist, ob der abgebildete Index zu Ihrem Horizont und zu Ihrer Toleranz für einen Rückgang von dreißig Prozent passt, das kann keine Bewertung entscheiden.

China A-Aktien vs Offshore-China: Was ist der Unterschied?

A-Aktien werden an den Börsen Shanghai und Shenzhen in RMB gehandelt. Offshore-Aktien (H-Shares) werden in Hongkong gehandelt. A-Aktien bieten reineres Inlands-Exposure. Über diese Zeiträume sagt die vergangene Wertentwicklung mehr über den Index als über den Fonds; deshalb wiegt der Vergleich hier Kosten, Größe und Abbildungsqualität.

Wie viel China-Exposure habe ich bereits?

Wenn Sie einen Schwellenländer-ETF halten, haben Sie wahrscheinlich 25-30 % China-Exposure. Ein dedizierter China-ETF erhöht die Konzentration. Über zehn Jahre wiegen die laufenden Kosten mehr als jeder Unterschied in der vergangenen Wertentwicklung: 0,20 % gegen 0,50 % auf 10.000 € sind rund 300 €, Zinseszins eingerechnet.