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Japan

Veröffentlicht von Radif Partners · Aktualisiert am

Nikkei 225, TOPIX, Japans Unternehmensrenaissance und Aktionärsreformen

Diese Seite vergleicht 10 Fonds der Kategorie Japan mit laufenden Kosten von 0,09 % bis 0,50 % und einem Median von 0,14 %. Der Abstand zwischen dem günstigsten und dem teuersten entspricht rund 410 € über zehn Jahre auf 10.000 € Anlage: bei vergleichbarem Index ist das der belastbarste Unterschied zwischen zwei Fonds, denn er hängt von keiner Marktannahme ab. 6 der 10 Fonds sind thesaurierend und 9 bilden ihren Index physisch ab, die übrigen über ein Tauschgeschäft. Das größte Volumen der Liste hat EWJ, was weniger für die Wertentwicklung zählt als für das Risiko einer Schließung: ein dauerhaft kleiner Fonds wird meist verschmolzen. Die vergangene Wertentwicklung dient hier nicht zur Sortierung: über die veröffentlichten Zeiträume sagt sie mehr über den abgebildeten Index als über die Führung des Fonds.

ETFs

10

Ø TER

0.21%

Ø Perf. 1J

+8.3%

Niedrigste TER

0.09%

Beste Perf. 1J

+20.6%

Die Governance-Reform hat den japanischen Markt verändert

Der japanische Markt war lange einer der ruhenden Bilanzen: Unternehmen mit hohen Barbeständen, wechselseitigen Beteiligungen und einer Eigenkapitalrendite von halber Höhe der amerikanischen. Seit 2023 verlangt die Börse Tokio von unter Buchwert notierten Gesellschaften ausdrücklich einen Verbesserungsplan, was eine Welle von Aktienrückkäufen, Verkäufen von Beteiligungen und Dividendenerhöhungen ohne Beispiel auslöste. Das ist ein struktureller Wandel, keine Zyklusbewegung, und er erklärt einen Teil der Neubewertung des Marktes.

Zwei technische Punkte bleiben für einen Anleger in Euro entscheidend. Der erste ist die Währung: der Yen hat seit 2021 einen erheblichen Teil seines Werts gegenüber dem Euro verloren, sodass ein Anstieg des Nikkei in Yen eine weit geringere Rendite in Euro ergeben konnte. Gesicherte Varianten gibt es, und sie kosten die Zinsdifferenz, die lange zugunsten des europäischen Anlegers wirkte. Der zweite ist die Wahl des Index: der Nikkei 225 ist kursgewichtet, eine alte Methode, die wenigen Titeln übermäßiges Gewicht gibt, während der TOPIX nach Kapitalisierung gewichtet ist und den gesamten Markt abdeckt.

Was die Fonds dieser Kategorie zeigen

Wo das Geld tatsächlich liegt

Die Kategorie umfasst 10 Fonds mit zusammen 46.6B Vermögen, und dieses Vermögen ist ungleich verteilt. iShares MSCI Japan ETF (EWJ) von iShares verwaltet allein 23.5B, und die drei größten, iShares MSCI Japan ETF (EWJ), iShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETF USD (Acc) (CJPN) und Xtrackers MSCI Japan UCITS ETF 1C (XMJP), stehen für 75.0 % der Summe. Am anderen Ende verwaltet HSBC MSCI Japan UCITS ETF USD (HMJP) nur 262M. Größe ist kein Qualitätsnachweis, entscheidet aber zwei sehr konkrete Dinge: die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs, die Sie bei jeder Order tragen, und die Wahrscheinlichkeit, dass der Fonds in zehn Jahren noch existiert.

Der Kostenunterschied, in Euro

Die laufenden Kosten reichen von 0.09 % bei Xtrackers Nikkei 225 UCITS ETF 1D (TOPX) bis 0.50 % bei iShares MSCI Japan ETF (EWJ), also 0.41 Punkte Abstand, bei einem Durchschnitt der Kategorie von 0.21 %. Auf 10.000 € über zehn Jahre sind das rund 410 € zusätzliche Belastung, noch ohne die Rendite, die dieser Betrag selbst erwirtschaftet hätte. Es ist die einzige Größe des Vergleichs, die im Voraus bekannt ist: die vergangene Wertentwicklung wiederholt sich nicht, die Kosten wiederholen sich jedes Jahr.

Zwei Fonds derselben Kategorie halten nicht denselben Korb

Die 10 aufgeführten Fonds bilden 7 verschiedene Indizes ab, darunter MSCI Japan, MSCI Japan IMI, FTSE Japan und Nikkei 225. Der größte folgt MSCI Japan. Diese Vielfalt erklärt, warum zwei Fonds desselben Themas über ein Jahr mehrere Punkte auseinanderliegen können: sie halten andere Titel, gewichten sie anders und stellen zu anderen Terminen um. Jede Fondsseite nennt ihren Index, und dort beginnt ein ernsthafter Vergleich.

Abbildung und Domizil

9 Fonds halten die Titel ihres Index direkt, 1 nutzen einen Swap, darunter Amundi PEA Japan TOPIX UCITS ETF Acc (PJPN) von Amundi. Die synthetische Abbildung folgt dem Index oft genauer und erreicht Märkte, die sich direkt schwer halten lassen, um den Preis eines regulierten, aber realen Kontrahentenrisikos. Die physische Abbildung ist auf einen Blick verständlich und erlaubt Wertpapierleihe, die dem Fonds Erträge bringt und ein eigenes Risiko hinzufügt.

6 der 10 Fonds sind in IE domiziliert, die übrigen in LU, US und FR. Das Domizil bestimmt die Quellensteuer, die der Fonds selbst auf erhaltene Dividenden trägt, eine in den ausgewiesenen Kosten unsichtbare, in der Wertentwicklung aber vorhandene Belastung, und es bestimmt zugleich Ihre eigene Besteuerung je nach Wohnsitzland.

Thesaurieren oder ausschütten

6 Fonds thesaurieren die Dividenden, 4 schütten sie aus. Die größte thesaurierende Klasse ist iShares Core MSCI Japan IMI UCITS ETF USD (Acc) (CJPN), die größte ausschüttende iShares MSCI Japan ETF (EWJ). Die Wahl betrifft nicht die Rendite, beide Varianten desselben Index liefern vor Steuern dasselbe, sondern Steuern und Disziplin: die thesaurierende Klasse legt ohne Kosten und ohne Entscheidung wieder an, die ausschüttende zahlt Erträge, die im Jahr des Zuflusses steuerpflichtig sind.

Alter und kritische Größe

Der älteste Fonds der Kategorie, iShares MSCI Japan ETF (EWJ), wurde am 1996-03-12 aufgelegt und hat damit 30 Jahre Historie, der jüngste, Franklin FTSE Japan UCITS ETF (FJPN), am 2019-06-04. Eine lange Historie zeigt, wie sich der Fonds in einem Rückgang verhalten hat, was keine Einjahreszahl leisten kann. Ein vor zwei Jahren aufgelegter Fonds hat nur ein einziges Marktregime erlebt.

Keiner der 10 Fonds verwaltet weniger als 100 Millionen, der kleinste ist HSBC MSCI Japan UCITS ETF USD (HMJP). Die Kategorie ist damit vom Schließungsrisiko wegen zu geringer Größe frei, jenem Risiko, das einen Verkauf zum Zeitpunkt des Emittenten erzwingt.

Häufige Fragen

Warum in Japan-ETFs investieren?

Japan ist die drittgrößte Volkswirtschaft mit Weltklasse-Unternehmen in Technologie, Automobil und Industrie. Jüngste Corporate-Governance-Reformen haben Aktionärsrenditen verbessert. Prüfen Sie den Wert im Basisinformationsblatt genau jener Anteilsklasse, die Ihr Broker anbietet: zwei Klassen desselben Fonds können sich bei Kosten und Ausschüttung unterscheiden.

Hat sich Japan von seinen verlorenen Jahrzehnten erholt?

Japanische Aktien haben seit 2024 neue Höchststände erreicht, getrieben von Unternehmensreformen, schwachem Yen und erhöhten ausländischen Investitionen. Wichtiger als die Rangfolge ist, ob der abgebildete Index zu Ihrem Horizont und zu Ihrer Toleranz für einen Rückgang von dreißig Prozent passt, das kann keine Bewertung entscheiden.

Was ist das Währungsrisiko bei Japan-ETFs?

Japan-ETFs setzen Sie JPY/EUR-Schwankungen aus. Ein schwacher Yen reduziert Renditen für europäische Anleger. Einige ETFs bieten währungsgesicherte Anteilsklassen. Über diese Zeiträume sagt die vergangene Wertentwicklung mehr über den Index als über den Fonds; deshalb wiegt der Vergleich hier Kosten, Größe und Abbildungsqualität.

Welche Japan-ETFs sind am besten für europäische Anleger?

Beliebte UCITS-Optionen sind Vanguard FTSE Japan (VJPN, TER 0,10 %) und Xtrackers MSCI Japan (XMJP, TER 0,12 %). Beide bieten günstiges Japan-Exposure. Über zehn Jahre wiegen die laufenden Kosten mehr als jeder Unterschied in der vergangenen Wertentwicklung: 0,20 % gegen 0,50 % auf 10.000 € sind rund 300 €, Zinseszins eingerechnet.