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Wasser

Veröffentlicht von Radif Partners · Aktualisiert am

Wasserversorger, Technologie, Aufbereitung, in eine lebenswichtige Ressource investieren

Diese Seite vergleicht 2 Fonds der Kategorie Wasser mit laufenden Kosten von 0,49 % bis 0,65 % und einem Median von 0,57 %. Der Abstand zwischen dem günstigsten und dem teuersten entspricht rund 160 € über zehn Jahre auf 10.000 € Anlage: bei vergleichbarem Index ist das der belastbarste Unterschied zwischen zwei Fonds, denn er hängt von keiner Marktannahme ab. 1 der 2 Fonds sind thesaurierend und 2 bilden ihren Index physisch ab, die übrigen über ein Tauschgeschäft. Das größte Volumen der Liste hat IH2O, was weniger für die Wertentwicklung zählt als für das Risiko einer Schließung: ein dauerhaft kleiner Fonds wird meist verschmolzen. Die vergangene Wertentwicklung dient hier nicht zur Sortierung: über die veröffentlichten Zeiträume sagt sie mehr über den abgebildeten Index als über die Führung des Fonds.

ETFs

2

Ø TER

0.57%

Ø Perf. 1J

-2.4%

Niedrigste TER

0.49%

Beste Perf. 1J

+-2.3%

Ein Thema regulierter Infrastruktur, keine Wette auf eine Ressource

In Wasser zu investieren heißt nicht, Wasser zu kaufen: die Fonds dieser Kategorie halten Versorger für Verteilung und Aufbereitung, Hersteller von Pumpen, Ventilen und Filtermembranen sowie Tiefbaukonzerne für Netze. Die Wirtschaftlichkeit entspricht der eines regulierten Dienstes: die Tarife werden von einer Behörde festgesetzt oder begrenzt, was sehr planbare, häufig an die Inflation gebundene Erträge ergibt und ein langsames, aber gleichmäßiges Wachstum ohne die Zyklik einer klassischen Industriebranche.

Diese Gleichmäßigkeit hat zwei Gegenstücke. Das erste ist das Regulierungsrisiko: eine Behörde, die Tarife zum Schutz der Nutzer begrenzt, schneidet die Rentabilität des Betreibers unmittelbar, wie mehrere britische und spanische Entscheidungen zeigten. Das zweite ist die Zinsempfindlichkeit, die alle hoch verschuldeten Infrastrukturgeschäfte mit stabilem Zahlungsstrom teilen: sie werden wie lange Anleihen bewertet und leiden daher bei steigenden Zinsen. Im Portfolio wird ein Wasserfonds oft als thematisch geführt, während sein Verhalten eher dem von Versorgern gleicht, einer defensiven Branche, die in einem Weltindex bereits enthalten ist.

Drei Punkte lohnen die Prüfung. Die Aufteilung zwischen regulierten Versorgern und Industrieunternehmen: die einen liefern planbare, an die Inflation gebundene Erträge, die anderen folgen dem Bauzyklus und schwanken deutlich stärker. Die geografische Verteilung: amerikanische Wasserversorger arbeiten unter anderen Tarifregeln als britische oder spanische, und eine einzelne Regulierungsentscheidung kann einen großen Teil des Korbs treffen. Und die Verschuldung der enthaltenen Gesellschaften: bei einem zinsempfindlichen Geschäft entscheidet der Anteil kurzfristig zu refinanzierender Kredite darüber, wie stark ein Zinsanstieg durchschlägt.

Was die Fonds dieser Kategorie zeigen

Wo das Geld tatsächlich liegt

Die Kategorie umfasst 2 Fonds mit zusammen 2.8B Vermögen, und dieses Vermögen ist ungleich verteilt. iShares Global Water UCITS ETF USD (Dist) (IH2O) von iShares verwaltet allein 2.1B, und die drei größten, iShares Global Water UCITS ETF USD (Dist) (IH2O) und L&G Clean Water UCITS ETF (GLGG), stehen für 100.0 % der Summe. Am anderen Ende verwaltet L&G Clean Water UCITS ETF (GLGG) nur 653M. Größe ist kein Qualitätsnachweis, entscheidet aber zwei sehr konkrete Dinge: die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs, die Sie bei jeder Order tragen, und die Wahrscheinlichkeit, dass der Fonds in zehn Jahren noch existiert.

Der Kostenunterschied, in Euro

Die laufenden Kosten reichen von 0.49 % bei L&G Clean Water UCITS ETF (GLGG) bis 0.65 % bei iShares Global Water UCITS ETF USD (Dist) (IH2O), also 0.16 Punkte Abstand, bei einem Durchschnitt der Kategorie von 0.57 %. Auf 10.000 € über zehn Jahre sind das rund 160 € zusätzliche Belastung, noch ohne die Rendite, die dieser Betrag selbst erwirtschaftet hätte. Es ist die einzige Größe des Vergleichs, die im Voraus bekannt ist: die vergangene Wertentwicklung wiederholt sich nicht, die Kosten wiederholen sich jedes Jahr.

Zwei Fonds derselben Kategorie halten nicht denselben Korb

Die 2 aufgeführten Fonds bilden 2 verschiedene Indizes ab, darunter S&P Global Water und Solactive Clean Water. Der größte folgt S&P Global Water. Diese Vielfalt erklärt, warum zwei Fonds desselben Themas über ein Jahr mehrere Punkte auseinanderliegen können: sie halten andere Titel, gewichten sie anders und stellen zu anderen Terminen um. Jede Fondsseite nennt ihren Index, und dort beginnt ein ernsthafter Vergleich.

Abbildung und Domizil

Alle 2 Fonds der Kategorie bilden ihren Index physisch ab, halten also die Titel. Zu prüfen bleibt, ob der Fonds diese Titel verleiht, was das Basisinformationsblatt angibt, und in welchem Umfang: Leiherträge senken die tatsächlichen Kosten, das Kontrahentenrisiko kommt zum Marktrisiko hinzu.

2 der 2 Fonds sind in IE domiziliert, die übrigen in IE. Das Domizil bestimmt die Quellensteuer, die der Fonds selbst auf erhaltene Dividenden trägt, eine in den ausgewiesenen Kosten unsichtbare, in der Wertentwicklung aber vorhandene Belastung, und es bestimmt zugleich Ihre eigene Besteuerung je nach Wohnsitzland.

Thesaurieren oder ausschütten

1 Fonds thesaurieren die Dividenden, 1 schütten sie aus. Die größte thesaurierende Klasse ist L&G Clean Water UCITS ETF (GLGG), die größte ausschüttende iShares Global Water UCITS ETF USD (Dist) (IH2O). Die Wahl betrifft nicht die Rendite, beide Varianten desselben Index liefern vor Steuern dasselbe, sondern Steuern und Disziplin: die thesaurierende Klasse legt ohne Kosten und ohne Entscheidung wieder an, die ausschüttende zahlt Erträge, die im Jahr des Zuflusses steuerpflichtig sind.

Alter und kritische Größe

Der älteste Fonds der Kategorie, iShares Global Water UCITS ETF USD (Dist) (IH2O), wurde am 2007-03-16 aufgelegt und hat damit 19 Jahre Historie, der jüngste, L&G Clean Water UCITS ETF (GLGG), am 2019-07-02. Eine lange Historie zeigt, wie sich der Fonds in einem Rückgang verhalten hat, was keine Einjahreszahl leisten kann. Ein vor zwei Jahren aufgelegter Fonds hat nur ein einziges Marktregime erlebt.

Keiner der 2 Fonds verwaltet weniger als 100 Millionen, der kleinste ist L&G Clean Water UCITS ETF (GLGG). Die Kategorie ist damit vom Schließungsrisiko wegen zu geringer Größe frei, jenem Risiko, das einen Verkauf zum Zeitpunkt des Emittenten erzwingt.

Häufige Fragen

Was sind Wasser-ETFs?

Wasser-ETFs investieren in Unternehmen der Wasseraufbereitung, -verteilung, -infrastruktur und -technologie. Sie bieten Exposure zur wachsenden globalen Nachfrage nach sauberem Wasser. Prüfen Sie den Wert im Basisinformationsblatt genau jener Anteilsklasse, die Ihr Broker anbietet: zwei Klassen desselben Fonds können sich bei Kosten und Ausschüttung unterscheiden.

Warum gilt Wasser als Megatrend?

Die globale Wassernachfrage soll bis 2030 das Angebot um 40 % übersteigen. Bevölkerungswachstum, Urbanisierung und Klimawandel treiben Investitionen in Wasserinfrastruktur. Wichtiger als die Rangfolge ist, ob der abgebildete Index zu Ihrem Horizont und zu Ihrer Toleranz für einen Rückgang von dreißig Prozent passt, das kann keine Bewertung entscheiden.

Welche Unternehmen sind in Wasser-ETFs?

Hauptpositionen sind Xylem, Veolia, American Water Works, Danaher und Ecolab für Wasseraufbereitung, -verteilung und -analytik. Über diese Zeiträume sagt die vergangene Wertentwicklung mehr über den Index als über den Fonds; deshalb wiegt der Vergleich hier Kosten, Größe und Abbildungsqualität. Über zehn Jahre wiegen die laufenden Kosten mehr als jeder Unterschied in der vergangenen Wertentwicklung: 0,20 % gegen 0,50 % auf 10.000 € sind rund 300 €, Zinseszins eingerechnet.

Wie haben Wasser-ETFs abgeschnitten?

Wasser-ETFs haben stetige Renditen mit moderater Volatilität geliefert, ähnlich wie Versorger und Industriewerte. Ein defensives thematisches Investment. Über zehn Jahre wiegen die laufenden Kosten mehr als jeder Unterschied in der vergangenen Wertentwicklung: 0,20 % gegen 0,50 % auf 10.000 € sind rund 300 €, Zinseszins eingerechnet.