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Energie

Veröffentlicht von Radif Partners · Aktualisiert am

Öl & Gas, integrierte Konzerne, Exposure im traditionellen Energiesektor

Diese Seite vergleicht 9 Fonds der Kategorie Energie mit laufenden Kosten von 0,09 % bis 0,46 % und einem Median von 0,25 %. Der Abstand zwischen dem günstigsten und dem teuersten entspricht rund 370 € über zehn Jahre auf 10.000 € Anlage: bei vergleichbarem Index ist das der belastbarste Unterschied zwischen zwei Fonds, denn er hängt von keiner Marktannahme ab. 2 der 9 Fonds sind thesaurierend und 9 bilden ihren Index physisch ab, die übrigen über ein Tauschgeschäft. Das größte Volumen der Liste hat XLE, was weniger für die Wertentwicklung zählt als für das Risiko einer Schließung: ein dauerhaft kleiner Fonds wird meist verschmolzen. Die vergangene Wertentwicklung dient hier nicht zur Sortierung: über die veröffentlichten Zeiträume sagt sie mehr über den abgebildeten Index als über die Führung des Fonds.

ETFs

9

Ø TER

0.23%

Ø Perf. 1J

+44.0%

Niedrigste TER

0.09%

Beste Perf. 1J

+57.8%

Fossile und erneuerbare Energie folgen nicht demselben Zyklus

Unter dem Wort Energie ordnen Indizes zwei Industrien ein, deren Treiber sich entgegenstehen. Produzenten von Kohlenwasserstoffen sind rentabel, wenn das Barrel teuer ist, also häufig dann, wenn die Inflation steigt und der übrige Markt leidet: daraus entsteht ihre Rolle als teilweiser Inflationsschutz, bestätigt 2022, als die Branche die einzige mit deutlichem Plus war. Erneuerbare Energien dagegen sind über Schulden finanzierte Projektgeschäfte: ihr Wert hängt von den Kapitalkosten ab, sodass steigende Zinsen sie unmittelbar belasten, ebenfalls 2022, nur in der anderen Richtung.

Vor dem Kauf sind daher zwei Prüfungen nötig. Die erste ist die tatsächliche Zusammensetzung: ein klassischer Energiefonds ist stark auf eine Handvoll integrierter Konzerne konzentriert, ein Fonds für saubere Energie auf häufig verlustträchtige Hersteller von Solar- und Windanlagen. Die zweite ist die Rendite: die fossile Branche zahlt historisch hohe Dividenden, oft vier bis sechs Prozent, die die thesaurierende Klasse wieder anlegt und die ausschüttende auszahlt, mit der entsprechenden Besteuerung. Diese beiden Arten von Vermögenswerten gehören daher nicht an dieselbe Stelle eines Portfolios, und auch nicht aus demselben Grund.

Was die Fonds dieser Kategorie zeigen

Wo das Geld tatsächlich liegt

Die Kategorie umfasst 9 Fonds mit zusammen 82.3B Vermögen, und dieses Vermögen ist ungleich verteilt. Energy Select Sector SPDR Fund (XLE) von SPDR verwaltet allein 39.1B, und die drei größten, Energy Select Sector SPDR Fund (XLE), Utilities Select Sector SPDR Fund (XLU) und Vanguard Energy ETF (VDE), stehen für 88.8 % der Summe. Am anderen Ende verwaltet iShares MSCI World Energy Sector UCITS ETF USD (Dist) (WNRG) nur 600M. Größe ist kein Qualitätsnachweis, entscheidet aber zwei sehr konkrete Dinge: die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs, die Sie bei jeder Order tragen, und die Wahrscheinlichkeit, dass der Fonds in zehn Jahren noch existiert.

Der Kostenunterschied, in Euro

Die laufenden Kosten reichen von 0.09 % bei Energy Select Sector SPDR Fund (XLE) bis 0.46 % bei iShares STOXX Europe 600 Oil & Gas UCITS ETF (DE) (EXH1), also 0.37 Punkte Abstand, bei einem Durchschnitt der Kategorie von 0.23 %. Auf 10.000 € über zehn Jahre sind das rund 370 € zusätzliche Belastung, noch ohne die Rendite, die dieser Betrag selbst erwirtschaftet hätte. Es ist die einzige Größe des Vergleichs, die im Voraus bekannt ist: die vergangene Wertentwicklung wiederholt sich nicht, die Kosten wiederholen sich jedes Jahr.

Zwei Fonds derselben Kategorie halten nicht denselben Korb

Die 9 aufgeführten Fonds bilden 8 verschiedene Indizes ab, darunter Energy Select Sector, Utilities Select Sector, MSCI US Investable Market Energy 25/50 und S&P Oil & Gas Exploration & Production Select Industry. Der größte folgt Energy Select Sector. Diese Vielfalt erklärt, warum zwei Fonds desselben Themas über ein Jahr mehrere Punkte auseinanderliegen können: sie halten andere Titel, gewichten sie anders und stellen zu anderen Terminen um. Jede Fondsseite nennt ihren Index, und dort beginnt ein ernsthafter Vergleich.

Abbildung und Domizil

Alle 9 Fonds der Kategorie bilden ihren Index physisch ab, halten also die Titel. Zu prüfen bleibt, ob der Fonds diese Titel verleiht, was das Basisinformationsblatt angibt, und in welchem Umfang: Leiherträge senken die tatsächlichen Kosten, das Kontrahentenrisiko kommt zum Marktrisiko hinzu.

5 der 9 Fonds sind in US domiziliert, die übrigen in IE und DE. Das Domizil bestimmt die Quellensteuer, die der Fonds selbst auf erhaltene Dividenden trägt, eine in den ausgewiesenen Kosten unsichtbare, in der Wertentwicklung aber vorhandene Belastung, und es bestimmt zugleich Ihre eigene Besteuerung je nach Wohnsitzland.

Thesaurieren oder ausschütten

2 Fonds thesaurieren die Dividenden, 7 schütten sie aus. Die größte thesaurierende Klasse ist iShares S&P 500 Energy Sector UCITS ETF USD (Acc) (IUES), die größte ausschüttende Energy Select Sector SPDR Fund (XLE). Die Wahl betrifft nicht die Rendite, beide Varianten desselben Index liefern vor Steuern dasselbe, sondern Steuern und Disziplin: die thesaurierende Klasse legt ohne Kosten und ohne Entscheidung wieder an, die ausschüttende zahlt Erträge, die im Jahr des Zuflusses steuerpflichtig sind.

Alter und kritische Größe

Der älteste Fonds der Kategorie, Energy Select Sector SPDR Fund (XLE), wurde am 1998-12-16 aufgelegt und hat damit 28 Jahre Historie, der jüngste, iShares MSCI World Energy Sector UCITS ETF USD (Dist) (WNRG), am 2019-11-13. Eine lange Historie zeigt, wie sich der Fonds in einem Rückgang verhalten hat, was keine Einjahreszahl leisten kann. Ein vor zwei Jahren aufgelegter Fonds hat nur ein einziges Marktregime erlebt.

Keiner der 9 Fonds verwaltet weniger als 100 Millionen, der kleinste ist iShares MSCI World Energy Sector UCITS ETF USD (Dist) (WNRG). Die Kategorie ist damit vom Schließungsrisiko wegen zu geringer Größe frei, jenem Risiko, das einen Verkauf zum Zeitpunkt des Emittenten erzwingt.

Häufige Fragen

Was sind Energie-ETFs?

Energie-ETFs investieren in Öl- und Gasunternehmen, einschließlich Exploration, Produktion, Raffination und Energiedienstleistungen. Hauptpositionen sind Exxon, Chevron, Shell und TotalEnergies. Prüfen Sie den Wert im Basisinformationsblatt genau jener Anteilsklasse, die Ihr Broker anbietet: zwei Klassen desselben Fonds können sich bei Kosten und Ausschüttung unterscheiden.

Sind Energie-ETFs ein guter Inflationsschutz?

Energie-ETFs haben historisch in Inflationsperioden gut abgeschnitten, da Öl- und Gaspreise tendenziell mit der Inflation steigen. Wichtiger als die Rangfolge ist, ob der abgebildete Index zu Ihrem Horizont und zu Ihrer Toleranz für einen Rückgang von dreißig Prozent passt, das kann keine Bewertung entscheiden.

Was ist das ESG-Risiko von Energie-ETFs?

Traditionelle Energie-ETFs haben einen hohen CO2-Fußabdruck und können Desinvestitionsdruck von ESG-orientierten Anlegern erfahren. Über diese Zeiträume sagt die vergangene Wertentwicklung mehr über den Index als über den Fonds; deshalb wiegt der Vergleich hier Kosten, Größe und Abbildungsqualität. Über zehn Jahre wiegen die laufenden Kosten mehr als jeder Unterschied in der vergangenen Wertentwicklung: 0,20 % gegen 0,50 % auf 10.000 € sind rund 300 €, Zinseszins eingerechnet.

Energie-ETFs vs Clean-Energy-ETFs?

Traditionelle Energie-ETFs sind profitabler und zahlen höhere Dividenden. Clean-Energy-ETFs haben höheres Wachstumspotenzial, sind aber volatiler. Über zehn Jahre wiegen die laufenden Kosten mehr als jeder Unterschied in der vergangenen Wertentwicklung: 0,20 % gegen 0,50 % auf 10.000 € sind rund 300 €, Zinseszins eingerechnet.