Dividenden-ETFs
Veröffentlicht von Radif Partners · Aktualisiert am
Hohe Rendite, Dividend Aristocrats, regelmäßige Erträge von Qualitätsunternehmen
Diese Seite vergleicht 21 Fonds der Kategorie Dividenden-ETFs mit laufenden Kosten von 0,06 % bis 0,59 % und einem Median von 0,35 %. Der Abstand zwischen dem günstigsten und dem teuersten entspricht rund 530 € über zehn Jahre auf 10.000 € Anlage: bei vergleichbarem Index ist das der belastbarste Unterschied zwischen zwei Fonds, denn er hängt von keiner Marktannahme ab. 1 der 21 Fonds sind thesaurierend und 21 bilden ihren Index physisch ab, die übrigen über ein Tauschgeschäft. Das größte Volumen der Liste hat VIG, was weniger für die Wertentwicklung zählt als für das Risiko einer Schließung: ein dauerhaft kleiner Fonds wird meist verschmolzen. Die vergangene Wertentwicklung dient hier nicht zur Sortierung: über die veröffentlichten Zeiträume sagt sie mehr über den abgebildeten Index als über die Führung des Fonds.
21
0.30%
+11.1%
0.06%
+27.1%
Vanguard Dividend Appreciation ETF
Schwab U.S. Dividend Equity ETF
Vanguard High Dividend Yield ETF
JPMorgan Equity Premium Income ETF
JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income ETF
iShares Core Dividend Growth ETF
iShares Select Dividend ETF
SPDR S&P Dividend ETF
WisdomTree U.S. Quality Dividend Growth Fund
Vanguard FTSE All-World High Dividend Yield UCITS ETF Distributing
iShares Core High Dividend ETF
ProShares S&P 500 Dividend Aristocrats ETF
VanEck Developed Markets Dividend Leaders UCITS ETF
SPDR S&P US Dividend Aristocrats UCITS ETF (Dist)
SPDR S&P Euro Dividend Aristocrats UCITS ETF (Dist)
SPDR S&P Global Dividend Aristocrats UCITS ETF (Dist)
iShares UK Dividend UCITS ETF GBP (Dist)
iShares Euro Dividend UCITS ETF EUR (Dist)
SPDR S&P US Dividend Aristocrats ESG UCITS ETF (Dist)
WisdomTree Global Quality Dividend Growth UCITS ETF USD Acc
iShares Asia Pacific Dividend UCITS ETF USD (Dist)
Hohe Rendite oder steigende Dividende: zwei gegensätzliche Strategien
Dividendenindizes teilen sich in zwei Familien, die kaum etwas gemeinsam haben. Die erste wählt die höchsten Renditen, was mechanisch Unternehmen mit gefallenem Kurs anzieht, denn die Rendite steigt, wenn der Preis sinkt: das ist die Renditefalle, und sie verengt das Portfolio auf Banken, Telekommunikation, Energie und Immobilien. Die zweite, oft Dividend Aristocrats oder Quality Dividend genannt, verlangt eine Erhöhung der Dividende über zehn, zwanzig oder fünfundzwanzig aufeinanderfolgende Jahre, was profitable und vorsichtig verschuldete Unternehmen auswählt, um den Preis einer bescheideneren laufenden Rendite.
Ein drittes Kriterium trennt die guten Indizes von den übrigen: die Ausschüttungsquote, also der ausgezahlte Anteil des Gewinns. Über achtzig Prozent ist die Dividende fragil: jeder Ergebnisrückgang stellt sie in Frage, und eine Kürzung drückt den Kurs genau dann, wenn der Anleger auf die Erträge zählte. Für einen Anleger, der die Erträge noch nicht braucht, ist ein Dividendenfonds gegenüber einem thesaurierenden Fonds desselben Universums steuerlich benachteiligt: die Steuer fällt jedes Jahr an, statt bis zum Verkauf aufgeschoben zu werden.
Was die Fonds dieser Kategorie zeigen
Wo das Geld tatsächlich liegt
Die Kategorie umfasst 21 Fonds mit zusammen 585.2B Vermögen, und dieses Vermögen ist ungleich verteilt. Vanguard Dividend Appreciation ETF (VIG) von Vanguard verwaltet allein 127.6B, und die drei größten, Vanguard Dividend Appreciation ETF (VIG), Schwab U.S. Dividend Equity ETF (SCHD) und Vanguard High Dividend Yield ETF (VYM), stehen für 56.6 % der Summe. Am anderen Ende verwaltet iShares Asia Pacific Dividend UCITS ETF USD (Dist) (IAPD) nur 732M. Größe ist kein Qualitätsnachweis, entscheidet aber zwei sehr konkrete Dinge: die Spanne zwischen Kauf- und Verkaufskurs, die Sie bei jeder Order tragen, und die Wahrscheinlichkeit, dass der Fonds in zehn Jahren noch existiert.
Der Kostenunterschied, in Euro
Die laufenden Kosten reichen von 0.06 % bei Vanguard Dividend Appreciation ETF (VIG) bis 0.59 % bei iShares Asia Pacific Dividend UCITS ETF USD (Dist) (IAPD), also 0.53 Punkte Abstand, bei einem Durchschnitt der Kategorie von 0.30 %. Auf 10.000 € über zehn Jahre sind das rund 530 € zusätzliche Belastung, noch ohne die Rendite, die dieser Betrag selbst erwirtschaftet hätte. Es ist die einzige Größe des Vergleichs, die im Voraus bekannt ist: die vergangene Wertentwicklung wiederholt sich nicht, die Kosten wiederholen sich jedes Jahr.
Zwei Fonds derselben Kategorie halten nicht denselben Korb
Die 21 aufgeführten Fonds bilden 20 verschiedene Indizes ab, darunter S&P U.S. Dividend Growers, Dow Jones U.S. Dividend 100, FTSE High Dividend Yield und JPMorgan Equity Premium Income (Active). Der größte folgt S&P U.S. Dividend Growers. Diese Vielfalt erklärt, warum zwei Fonds desselben Themas über ein Jahr mehrere Punkte auseinanderliegen können: sie halten andere Titel, gewichten sie anders und stellen zu anderen Terminen um. Jede Fondsseite nennt ihren Index, und dort beginnt ein ernsthafter Vergleich.
Abbildung und Domizil
Alle 21 Fonds der Kategorie bilden ihren Index physisch ab, halten also die Titel. Zu prüfen bleibt, ob der Fonds diese Titel verleiht, was das Basisinformationsblatt angibt, und in welchem Umfang: Leiherträge senken die tatsächlichen Kosten, das Kontrahentenrisiko kommt zum Marktrisiko hinzu.
11 der 21 Fonds sind in US domiziliert, die übrigen in IE und NL. Das Domizil bestimmt die Quellensteuer, die der Fonds selbst auf erhaltene Dividenden trägt, eine in den ausgewiesenen Kosten unsichtbare, in der Wertentwicklung aber vorhandene Belastung, und es bestimmt zugleich Ihre eigene Besteuerung je nach Wohnsitzland.
Thesaurieren oder ausschütten
1 Fonds thesaurieren die Dividenden, 20 schütten sie aus. Die größte thesaurierende Klasse ist WisdomTree Global Quality Dividend Growth UCITS ETF USD Acc (GGRP), die größte ausschüttende Vanguard Dividend Appreciation ETF (VIG). Die Wahl betrifft nicht die Rendite, beide Varianten desselben Index liefern vor Steuern dasselbe, sondern Steuern und Disziplin: die thesaurierende Klasse legt ohne Kosten und ohne Entscheidung wieder an, die ausschüttende zahlt Erträge, die im Jahr des Zuflusses steuerpflichtig sind.
Alter und kritische Größe
Der älteste Fonds der Kategorie, iShares Select Dividend ETF (DVY), wurde am 2003-11-03 aufgelegt und hat damit 23 Jahre Historie, der jüngste, JPMorgan Nasdaq Equity Premium Income ETF (JEPQ), am 2022-05-03. Eine lange Historie zeigt, wie sich der Fonds in einem Rückgang verhalten hat, was keine Einjahreszahl leisten kann. Ein vor zwei Jahren aufgelegter Fonds hat nur ein einziges Marktregime erlebt.
Keiner der 21 Fonds verwaltet weniger als 100 Millionen, der kleinste ist iShares Asia Pacific Dividend UCITS ETF USD (Dist) (IAPD). Die Kategorie ist damit vom Schließungsrisiko wegen zu geringer Größe frei, jenem Risiko, das einen Verkauf zum Zeitpunkt des Emittenten erzwingt.
Häufige Fragen
Wie funktionieren Dividenden-ETFs?
Dividenden-ETFs investieren in Unternehmen mit einer Historie konsistenter oder wachsender Dividendenzahlungen. Sie schütten in der Regel vierteljährlich Erträge aus. Prüfen Sie den Wert im Basisinformationsblatt genau jener Anteilsklasse, die Ihr Broker anbietet: zwei Klassen desselben Fonds können sich bei Kosten und Ausschüttung unterscheiden.
Was ist eine gute Dividendenrendite für einen ETF?
Qualitäts-Dividenden-ETFs bieten zwischen 2,5 % und 4,5 %. Extrem hohe Renditen (über 6 %) können auf finanzielle Schwierigkeiten hindeuten. Achten Sie auf Nachhaltigkeit der Dividende. Wichtiger als die Rangfolge ist, ob der abgebildete Index zu Ihrem Horizont und zu Ihrer Toleranz für einen Rückgang von dreißig Prozent passt, das kann keine Bewertung entscheiden.
Wie werden Dividenden in Deutschland besteuert?
In Deutschland unterliegen Dividenden der Abgeltungsteuer von 25 % plus Solidaritätszuschlag. Thesaurierende ETFs können die Besteuerung durch die Vorabpauschale verschieben. Über diese Zeiträume sagt die vergangene Wertentwicklung mehr über den Index als über den Fonds; deshalb wiegt der Vergleich hier Kosten, Größe und Abbildungsqualität.
Dividenden-ETFs vs Wachstums-ETFs: Was ist besser?
Wachstums-ETFs liefern typischerweise höhere Gesamtrenditen über lange Zeiträume. Dividenden-ETFs bieten regelmäßige Einkommen und tendieren zu geringerer Volatilität. Über zehn Jahre wiegen die laufenden Kosten mehr als jeder Unterschied in der vergangenen Wertentwicklung: 0,20 % gegen 0,50 % auf 10.000 € sind rund 300 €, Zinseszins eingerechnet.